Von Genf nach Nizza, fast ausschließlich auf Skiern. Zwei Deutsche planten Mammuttour auf Mallorca

von Thomas Zapp

Anderen Menschen unvergessliche Erlebnisse zu verschaffen ist ihr Beruf. Die deutschen Eventveranstalter Philipp Baier und Daniel Noll organisieren auf Mallorca mit ihrer Firma „LifeXperiences“ seit zehn Jahren Firmenpräsentationen, Incentives, private Feiern und Tagesaktivitäten. In diesem Winter haben sich die beiden eine besondere Tour ausgedacht und damit auch einen eigenen Traum verwirklicht. „Auf Skiern über die Alpen - von Genf bis Nizza“ heißt ihr neuntägiges Abenteuer, bei dem sie 450 km auf Skiern zurücklegen, dabei die Infrastruktur von 30 Skigebieten nutzen und rund 3000 Höhenmeter mit Fellen unter den Ski aufsteigen oder einen Teil klettern, mit den Skiern auf dem Rücken. „Für mich liegt das wirklich Einzigartige darin, dass wir insgesamt 42.000 Höhenmeter auf Skiern abfahren werden“, sagt Philipp Baier.

Die neunköpfige Gruppe wird von zwei erfahrenen Bergführern geleitet. „Die kennen die Alpen wie ihre Westentasche“, sagt er. Pro Tag müssen sie rund 50 Kilometer Strecke schaffen. Dabei geht es unter anderem auch durch die Skigebiete Courchevel und Méribel, genau dort, wo Ex-Formel-1-Star Michael Schumacher seinen schweren Sturz erlitten hat. „Schumacher hat einfach unglaubliches Pech gehabt“, sagt er. Angst hat er vor den Strecken nicht. Wir fahren hauptsächlich durch Tiefschnee“, sagt Philipp Baier, der seit seiner frühesten Kindheit auf Skibrettern steht.

Ein gewisses Maß an Fitness müssen die Teilnehmer dennoch mitbringen, schließlich kosten gewisse Aufstiege auch Kraft. „Selbst wenn wir mit dem Lift einen Hang hinauffahren, kann es sein, dass wir noch das letzte Stück bis zum Gipfel aufsteigen müssen, um auf der anderen Seite des Berges abfahren zu können. Diesen Teil muss man dann unter Umständen auch klettern“, erklärt Baier. Ganz ungefährlich ist die Tour also nicht. „Wir empfehlen den Teilnehmern neben der Kranken- auch eine Bergungsversicherung abzuschließen“, sagt Baier. So genannte ABS Lawinenrucksäcke gehören ebenfalls zur Standardausrüstung. „Wenn du merkst, dass eine Lawine kommt, ziehst du an einem Griff und es kommt ein Luftkissen aus dem Rucksack, mit dem du deine Körperoberfläche um ein Vielfaches vergrößerst“, sagt Daniel Noll. Damit würde man dann auf den Schneemassen gleiten und nicht nach unten gedrückt werden.

Dass es überhaupt soweit kommt, sollen aber die lokalen Guides vermeiden. Denn sie können am besten die Zeichen deuten, wie sich das Wetter entwickelt und an welchen Stellen die besten Bedingungen herrschen. „Es kann gut sein, dass wir mal an manchen Tagen einen anderen Weg wählen, wenn die Bedingungen sich ändern“, sagt Baier.

Entscheidend ist für die Tour, dass sich die Gruppe kontinuierlich durch die Alpen gen Süden bewegt. Das Ziel in Nizza können sie bis auf eine Fahrtzeit von 40 Minuten im Bus auf Skiern erreichen. „Das Schlussfoto machen wir natürlich am Strand mit Skiern“, sagt Baier. Wer den Alpenabenteurern folgen will, kann dies auf www.lifexperiences.com tun, ab dem 1. Februar gibt es dort einen täglichen Blog mit Reiseberichten und Fotos.


10/02/2014, Johannes